Aktuelles

„Endlich eine Option“: Elektroautos verdrängen bereits 1,7 Millionen Barrel Öl täglich, trotz Benzinkosten

By Ottilie Reylaender , on 20 März 2026 à 00:27 - 4 minutes to read
„Endlich eine Option“: Elektroautos verdrängen bereits 1,7 Millionen Barrel Öl täglich, trotz Benzinkosten

An der Zapfsäule steigen die Preise, an der Steckdose wächst die Unabhängigkeit.

39 Länder über 10 Prozent E‑Auto-Anteil: Der Umschwung ist nicht mehr nur ein Thema reicher Staaten

Rund drei Viertel der Weltbevölkerung leben in Ländern, die netto Öl importieren. Steigt der Ölpreis je Barrel um 10 US‑Dollar, erhöht das die gemeinsame Rechnung weltweit um etwa 160 Milliarden US‑Dollar pro Jahr. Diese strukturelle Abhängigkeit macht Elektromobilität längst zu mehr als einem Klimaversprechen.

Sie verändert die Nachfrage nach Rohöl spürbar. Drei im März 2026 veröffentlichte Studien beziffern den Effekt.

Die umfassendste Auswertung kommt vom Londoner Thinktank Ember. In seinem Bericht vom 18. März 2026 stützt sich Ember auf Daten der Internationalen Energieagentur. Ergebnis: Die globale E‑Auto-Flotte hat 2025 den Verbrauch von rund 1,7 Millionen Barrel Öl pro Tag ersetzt. 2024 waren es noch 1,3 Millionen.

Zur Einordnung: Iran exportiert über die Straße von Hormus ungefähr 2,4 Millionen Barrel täglich. Elektroautos gleichen damit bereits rund 70 Prozent dieses Volumens aus. Ember betont, dass E‑Autos gegenüber Benzinern immer konkurrenzfähiger werden.

Gerade die starken Preisschwankungen beim Öl machen den Umstieg für Staaten attraktiv, die sich gegen künftige Schocks absichern wollen.

Auch die Verbreitung nimmt in Regionen zu, die lange als Nachzügler galten. Ember zählt inzwischen 39 Länder, in denen Elektroautos mehr als 10 Prozent der Neuwagenverkäufe erreichen. 2019 waren es erst vier.

Vietnam kommt 2025 auf 38 Prozent und liegt damit vor der EU mit 26 Prozent. Thailand erreicht 21 Prozent, Indonesien 15 Prozent. Beide liegen vor den USA, die bei 10 Prozent verharren. China überschritt erstmals die Marke von 50 Prozent elektrischer Neuzulassungen.

Ein zweiter Report von BloombergNEF, ebenfalls vom 18. März 2026, nennt eine noch höhere Zahl. Demnach werden bereits 2,3 Millionen Barrel pro Tag vermieden. Der Unterschied liegt am Umfang: BloombergNEF rechnet elektrische Zwei- und Dreiräder stark mit ein.

Gerade in Südostasien sind sie verbreitet und tragen laut BNEF am meisten zur eingesparten Straßenkraftstoffmenge bei.

Ember verwendet strengere Annahmen, etwa zur tatsächlichen Nutzung von Plug‑in-Hybriden im Verbrennermodus. Laut Claudio Lubis, Öl-Analyst bei BNEF, sollen die Einsparungen bis zum Ende des Jahrzehnts jährlich steigen. Für 2030 erwartet BNEF rund 5,25 Millionen vermiedene Barrel pro Tag.

In Europa sparen E‑Autofahrer 77 Euro pro Monat

Die dritte Analyse stammt von Transport & Environment (T&E) aus Brüssel. In einem Briefing vom 17. März 2026 betrachtet die NGO die Europäische Union. Demnach haben die rund 8 Millionen reinen Batterieautos auf EU‑Straßen 2025 Ölimporte von etwa 46 Millionen Barrel verhindert. Das entspricht einer Ersparnis von 2,9 Milliarden Euro.

Gleichzeitig bleibt die Ölrechnung für Pkw enorm. T&E beziffert die jährlichen Importe für Autos auf etwa 67 Milliarden Euro. Das entspricht rund einer Milliarde Barrel.

In einer Energiekrise wird der Kostennachteil pro Kilometer bei Benzinern besonders deutlich. Laut T&E ist der Aufschlag je Kilometer bei einem Benzinauto fünfmal so hoch wie bei einem Elektroauto. Bei einem dauerhaft über 2 Euro liegenden Benzinpreis spart ein europäischer E‑Autofahrer im Schnitt rund 77 Euro im Monat.

Das sind 924 Euro pro Jahr inklusive Laden.

T&E warnt zudem vor politischen Rückschritten. Würden die europäischen Elektrifizierungsziele abgeschwächt, könnte die zusätzliche Ölrechnung zwischen 2026 und 2035 um 45 Milliarden Euro steigen. Für echte strategische Handlungsfähigkeit führe der Weg über saubere Energie und heimische Technologien.

Methodisch basieren alle drei Auswertungen auf Daten der IEA. Die Agentur senkte zuletzt ihre Prognose für das Wachstum der Ölnachfrage 2026 auf nur noch 0,6 Millionen Barrel pro Tag. Den globalen Nachfragehöhepunkt verortete sie vor Kurzem noch bei 2029. Ember hält es für möglich, dass der Peak bereits überschritten ist.

Ottilie teilt auf ihrem Blog ihre Leidenschaft für Musik und neue Klänge aus aller Welt. Mit viel Herz und Tipps begleitet sie dich auf deiner Entdeckungsreise durch Melodien und Rhythmen. Tauche ein und lass dich von Ottilies Begeisterung anstecken!

Partager cet article :

Comments

Leave a comment

Your comment will be revised by the site if needed.